St. Pius, Fulda

Unsere Gottesdienste jetzt online mitfeiern

Liebe Schwestern und Brüder,

liebe Pfarrgemeinde von St. Antonius und St. Pius,

 

hier an dieser Stelle gäbe es jetzt die Vermeldungen für die kommende Woche hinein in die Fastenzeit. Alles, was ich vermelden kann, ist die Ausbreitung des Corona-Virus, das uns hemmt und gleichsam herausfordert. Allerdings haben uns in diesen Tagen Generalanweisungen unseres Bischofs Dr. Gerber erreicht, die ich Ihnen heute auf diese Art und Weise zur Kenntnis geben möchte, damit Sie wissen, wie unser eingeschränktes, kirchliches Leben jetzt gestaltet werden kann.

 

Es sollen keine öffentlichen Gottesdienste mehr gehalten werden- weder Eucharistiefeiern noch Taufen und Trauungen, noch das Stundengebet oder eine Andacht. Bei Beerdigungen müssen wir staatliche Vorgaben einhalten, was bedeutet, dass sie nur im engsten Familienkreis am Grab direkt stattfinden können. Auch die Feier des Requiems ist momentan nicht möglich. Ich möchte aber zusammen mit den Trauernden nach dieser Pandemie einen Gottesdienst feiern, zu dem wir alle Angehörige der in dieser Zeit Verstorbenen in besonderer Weise einladen. Trauungen und Taufen sollen aufgeschrieben werden. Sollte aus einem schwerwiegenden Grund der Empfang dieser Sakramente nicht zu verschieben sein, kann die Feier mit Absprache mit unserem Bischof im kleinsten Kreis stattfinden- bei Taufen Eltern und Paten, bei Trauungen Brautpaar und Trauzeugen.

 

Die sonntägliche Messe feire ich für Sie stellvertretend hier in unserer St. Antonius-Kirche. Sie kann auf unserer Homepage unter https://www.st-antonius-kuenzell.de/ oder www.st-pius-fulda.de abgerufen werden. Bestellte Messintentionen werde ich in der jeweiligen Messe feiern, sodass sie als gelesen gelten. Gerne können Sie Intentionen für den Monat April und den folgenden Monaten im Internet oder mithilfe eines Formulars, welches in der St. Antonius-Kirche ausliegt, bestellen. Werfen Sie dann das Formular in den Briefkasten des jeweiligen Pfarrbüros. Vielen Dank.

 

Wir sind für Sie telefonisch und per E-Mail wie gewohnt erreichbar. Die Pfarrbüros sind von montags bis freitags wie üblich telefonisch erreichbar. Sämtliche Veranstaltungen und Angebote unterbleiben in diesem Zeitraum, in dem die staatlichen Reglementierungen gelten. Unsere St. Antonius-Kirche ist jeden Tag von acht Uhr morgens bis 18 Uhr abends geöffnet. Hier können Sie Ihr Gebet vor Gott tragen und ein Kerzchen für Ihre Anliegen entzünden. Sie können Ihre Bitten hier am Fürbittekreuz anbringen oder sie digital zu uns senden. Wir werden sie dann ausdrucken und ebenfalls an das Kreuz anbringen, wie es diese Woche bereits geschehen ist. Fürbitten werden wir dann, sowohl in die Werktagsgottesdienste als auch in die Sonntagsgottesdienste, mit hineinnehmen und vor unserem großen Gott vortragen. Wir haben dort auch den Bischofsbrief für Sie zum Lesen ausgelegt.

 

Unsere Feier der Erstkommunion ist auf Sonntag, den 23. August verschoben worden. Auch diesen Termin können wir nur unter den Vorbehalt stellen, dass sich die Lage bis dahin normalisiert hat. Für etwaigen Terminverschiebungen von Taufen und Trauungen melden Sie sich bitte im Pfarrbüro. Das Sakrament der Beichte kann hier in unserer Kirche nach persönlicher Absprache gespendet werden. Ein persönlicher Kontakt mit unter Quarantäne stehenden und nachweislich an Corona infizierten Personen ist uns untersagt. Das gilt nicht für Krankenhausseelsorger im Rahmen ihrer Tätigkeit. Wenn Sie dort Hilfe benötigen, lassen Sie es dem Krankenhausseelsorger, die Krankenhauseelsorgerin wissen.

 

 

 

Das sind Einschränkungen, die mich persönlich sehr schmerzen. Vor allem, dass ich keine heilige Messe mit Ihnen direkt feiern darf, sondern nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Aber Gott handelt hier und heute mit uns ganz konkret.

Leben wir doch in einer Gesellschaft des Umbruchs und des Aufbruchs. Jetzt sind wir zu einem Stillstand gezwungen, der uns zeigt: Wir kommen an unsere Grenzen, weil wir eine Krankheit übertragen könnten. Alle sind Tag für Tag zuhause. In einer Gesellschaft, die auf Produktivität und Konsum angelegt ist. Die uns manchmal zwölf oder gar 14 Stunden hetzt, Dingen hinterherzurennen, deren Sinn uns selbst nicht klar ist. Oft ohne einen freien Tag.

All das ist auf einmal nicht mehr wichtig und ich erlebe jetzt worauf es ankommt. Das Wesentliche wird mir jetzt viel bewusster und ich nehme mir Zeit dafür. Ich darf mir Zeit dafür nehmen.

Mehr Zeit für Gebet, persönliche Kontakte am Telefon und vieles mehr. Einfällen sind hier keine Grenzen gesetzt.

Hatten wir doch alles so schön delegiert: Das Großziehen unserer Kinder durch Kindergärten und Schulen. So zwingt uns das Virus zu anderen Lösungen. Wir erfahren auf einmal Nähe im persönlichen Miteinander in der Familie und der Kirche.

Auf einmal gehen wir wieder spazieren. Wir erleben die Natur, wie ich in dieser Woche, ganz anders. Sind wir doch körperlich fern, aber innerlich sehr nahe wie schon lange nicht mehr. So wird eine neue Familie.

Wie viele Menschen habe ich in dieser Woche in Telefonaten gesprochen. Sie haben mir ihre Nöte geklagt. Es waren gute und tiefe Gespräche. Ich danke Ihnen für diese Gespräche.

In einer sozialen Phase, in der es normal war, erst auf die eigenen Befindlichkeiten zu achten, gibt uns das Virus eine klare Ansage: Der einzige Weg, dieses Virus zu überwinden, ist der Gemeinsame. Auf gegenseitig bedachtem Weg, wo wir aus einem tiefen, christlichen Verständnis heraus einander und aufeinander wesentlich mehr achten müssen.

Und dann erlebe ich noch etwas: Ich gehe, wie bereits gesagt, in diesen Tagen viel in die Natur. Ich spüre die frische Luft. Ich merke, dass sich die Ökologie auf einmal erholen kann. In allen großen Industriestaaten angefangen in China, Europa und den USA, steht die Industrie still. Innehalten. Natürlich werden uns große Opfer, gerade in der Wirtschaft, wie ebenso bei vielen Geschäften und Restaurants, abverlangt.

Aber im Raum steht die Frage: Dürfen wir in dieser Welt alles, was wir können? Wir sind in dieser Welt Teil eines großen Ganzen, für das wir gemeinsam Sorge tragen, sodass es für uns sorgt. Wir spüren eine Abhängigkeit und, dass es jetzt Zeit gibt, uns zu besinnen. Vielleicht werden es auch lange Exerzitien, in der uns Gott zur Rückkehr und Veränderung ruft. Lassen wir uns, wenn es auch schwer werden wird, auf diese Zeit ein und bedenken wir, was wir daraus lernen können.

Ich wünsche uns allen viel Kraft in diesen Tagen und ein Durchhaltevermögen, dass uns Kraftpotential, welches wir nie für möglich gehalten hätten, für die Zukunft in die Kirche und die Welt zu schicken vermag.

Spüren Sie, dass Gott spricht? Und wie er spricht!


Ihnen allen wünsche ich einen schönen und gesegneten Sonntag und in der kommenden Woche gute Exerzitien im Alltag.

 

-Pfarrer Rudolf Liebig zum Abschluss des Gottesdienstes am vierten Fastensonntag       

 



Katholische Kirchengemeinde

St. Pius • Fulda


Dr.-Dietz-Str. 17

36043 Fulda


 




Telefon: 0661 / 33300
Fax: 0661 / 9338363


 

Pfarrbüro - Öffnungszeiten


Montag: 9:00 bis 11:00 Uhr

Mittwoch: 8:00 bis 10:00 Uhr
Donnerstag: 9:00 bis 11:00 Uhr

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